Schwarzes Naturleder ist ein gegerbtes Tierfell, normalerweise von Rindern, das im Gerbwerk zu einer tiefen, einheitlichen schwarzen Farbe gefärbt wurde. Es ist die absolute Grundlage in der Werkstatt jedes Handwerkers. Egal, ob du elegante Geldbörsen oder robuste Motorradgürtel herstellst, dieses Material findet immer seinen Einsatz.
Was zeichnet schwarzes Naturleder aus?
Schwarzes Leder kann je nach Gerbung und Veredelung völlig unterschiedliche Gesichter annehmen. Stell dir den Querschnitt von schwarzem Leder wie die Oberfläche eines zugefrorenen Sees in der Nacht vor. Pflanzlich gegerbtes Vollnarbenleder reflektiert das Licht wie glattes, poliertes Eis und zeigt die natürliche Struktur und Poren. Wildleder oder Nubuk in derselben Farbe hingegen absorbieren das Licht wie flauschiger Schnee und erzeugen einen tiefen, matten Effekt.
Die pflanzlich gegerbten Varianten sind steifer und behalten ihre Form hervorragend. Sie haben zudem einen großen Vorteil für Sattler: Ihre Kanten lassen sich mühelos zu einem glatten, fast glasartigen Finish polieren. Es ist erwähnenswert, dass schwarzes pflanzlich gegerbtes Leder ebenfalls patiniert und mit der Zeit auf UV-Strahlen reagiert. Schwarze chromgegerbte Leder hingegen sind deutlich weicher, elastischer und widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit. Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil – Chromleder lässt sich nicht kantenglätten, was die Verwendung spezieller Kantenfarben erforderlich macht.
Es ist wichtig zu bedenken, dass fabrikmäßig schwarz gefärbtes Leder in der Regel keine weiteren Färbemittel oder farbgebende Wachse mehr annimmt. Seine Oberfläche ist mit Pigment gesättigt. Du kannst es nur mit geeigneten Ölen pflegen oder polieren, um den natürlichen Glanz hervorzubringen.
Wofür eignet sich schwarzes Naturleder?
Schwarzes Leder ist ein äußerst vielseitiges Material in der Sattlerei. Die häufigsten Einsatzbereiche sind:
- Gürtelriemen: Dicke Rindslederkerne (3,5–4 mm), pflanzlich gegerbt, die jahrelangem täglichen Tragen standhalten.
- Geldbörsen und Kartenhalter: Dünnere Stücke (1–1,5 mm), die das Anfertigen vieler Fächer ermöglichen, ohne das fertige Produkt übermäßig dick zu machen.
- Taschen und Aktentaschen: Leder mit einer Stärke von 2–2,5 mm, oft mit korrigiertem Narben, die eine gute Balance zwischen Festigkeit und Gewicht bieten.
- Messerscheiden und Holster: Steife, pflanzlich gegerbte Leder (über 3 mm), die sich nassformen lassen, um präzise an die Werkzeugform anzupassen.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Bei der Auswahl von schwarzem Leder musst du zuerst den Zweck deines Projekts bestimmen. Wenn dir der rohe Charakter, die Nassformbarkeit und die Kantenpolitur wichtig sind, ziele auf pflanzlich gegerbtes Leder (veg-tan). Suche die passende Stärke für dein Produkt – 1,5 mm für eine Geldbörse, 3,5 mm für einen robusten Gürtelriemen.
Achte auf die Narbenart. Vollnarbenleder bietet hohe Festigkeit und natürliche Narben, die einen einzigartigen Charakter verleihen. Korrigiertes Narbenleder hat eine gleichmäßigere, glatte Oberfläche ohne natürliche Unregelmäßigkeiten. Vermeide schwarzes Spaltleder, es sei denn, du brauchst günstiges Material für Futter oder Prototypen, da es nicht die Festigkeit der äußeren Schicht besitzt.
Produkte aus unserem Sortiment
- Rindsleder — breite Auswahl an Häuten in verschiedenen Stärken, ideal für Gürtelriemen und Taschen.
- Pflanzlich gegerbtes Leder — steife Leder, die sich hervorragend zum Kantenglätten eignen.
- Maya Leder — das Flaggschiff-Leder unseres Shops mit außergewöhnlicher Veredelung und tiefer Farbe.
- Slam Fäden — schwarze, gewachste Polyesterfäden, die mit dunklem Leder verschmelzen oder in anderen Projekten einen starken Kontrast bilden.
- Tokonole — Japanisches Mittel, das in Kombination mit schwarzem pflanzlich gegerbtem Leder ein glattes Kanten- und Fleischseiten-Finish ermöglicht (dieses Präparat wird nicht auf der Narbenseite angewendet).







