Polsterleder (Möbelleder) ist ein speziell veredeltes, weiches und großflächiges Naturleder, das hauptsächlich zum Beziehen von Möbeln und Fahrzeuginnenräumen verwendet wird. Es zeichnet sich durch hohe Elastizität, Abrieb- und Reißfestigkeit sowie einen starken Oberflächenschutz aus, der die tägliche Reinigung erleichtert.
Was zeichnet Polsterleder aus?
Die meisten Polsterleder sind chromgegerbte Rindsleder. Diese Gerbung verleiht ihnen die gewünschte Weichheit und verhindert, dass das Material mit den Jahren spröde wird. Im Gegensatz zu steifen Sattlerledern müssen Polsterleder die komplexen Formen von Sesseln oder Sofas frei umschließen können, ohne scharfe Knicke zu bilden. Die Narbenoberfläche ist in der Regel werksseitig stark veredelt – oft korrigiert (Top Grain) und mit mehreren Schichten Lack oder Pigmenten überzogen, die vor Flecken durch Flüssigkeiten, Schweiß und Sonneneinstrahlung schützen.
Stellen Sie sich Polsterleder wie einen gut geschnittenen, elastischen Sportanzug vor. Wenn Sie sich setzen, dehnt sich das Material und arbeitet mit der Polsterung mit, und wenn Sie aufstehen, kehrt es sanft in seine ursprüngliche Form zurück, ohne bleibende Verformungen zu hinterlassen. Diese „Formgedächtnis“-Eigenschaft und die Widerstandsfähigkeit gegen ständiges Biegen sind die wichtigsten Merkmale eines guten Polstermaterials.
Ein häufiger Anfängerfehler in der Sattlerei ist der Versuch, eine steife Geldbörse, einen Hosengürtel oder eine Messerscheide aus Resten von Möbelledern zu nähen. Polsterleder ist dafür zu weich, es hält keine Form, und seine Kanten lassen sich mit klassischen Methoden wie Tokonole nicht glätten und polieren (Burnishing). Es erfordert immer das Umbördeln der Kanten oder die Verwendung von Kantenfarbe.
Wofür eignet sich Polsterleder?
Polsterleder ist überall dort die richtige Wahl, wo das Material große Flächen bedecken und täglicher Beanspruchung standhalten muss.
- Möbelbau: Beziehen von Sofas, Sesseln, Bürostühlen und Poufs.
- Automobilbereich: Verkleiden von Autositzen, Lenkrädern, Türverkleidungen und Armaturenbrettern (erfordert spezielle Leder mit Schwerentflammbarkeits-Zertifikaten).
- Leichte Sattlerei: Nähen von weichen Taschen im Hobo-Stil, Beuteln, Rucksäcken und Kulturtaschen, bei denen ein weicher Fall des Materials gewünscht ist.
- Bekleidung: Anfertigen von Einsätzen in schweren Motorradjacken (obwohl hier häufiger spezielle Bekleidungsleder verwendet werden).
Wie wählt man Polsterleder aus und worauf sollte man achten?
Achten Sie bei der Auswahl von Polsterleder für Ihr Sattlerprojekt auf die Stärke und die Veredelung. Die Standardstärke liegt zwischen 0,9 mm und 1,2 mm. Wenn Sie eine weiche Tasche nähen möchten, suchen Sie nach einem Leder mit möglichst großer Nutzfläche – Rindsleder haben oft über 4 m², was das Zuschneiden großer Bahnen ohne sichtbare Fehler oder Löcher ermöglicht.
Denken Sie daran, dass stark pigmentierte Möbelledere keine Lederfarbe oder Wachse annehmen. Wenn Sie leder schnitzen, prägen oder von Hand färben möchten, ist Polsterleder die falsche Wahl – greifen Sie in solchen Fällen immer zu pflanzlich gegerbtem Leder.
Produkte aus unserem Sortiment
Der CraftPoint-Shop konzentriert sich hauptsächlich auf handwerkliche Sattlerleder, dennoch finden Sie in unserem Sortiment Materialien, mit denen Sie weiche Projekte nähen können:
- Naturleder — Hauptkategorie, in der auch weichere, chromgegerbte Leder vorkommen, die sich für Taschen und Beutel eignen.
- Rindsleder — ein vollständiger Querschnitt durch Rinderhäute, von steif bis zu solchen mit weicherem Griff.
- Nähgarn für Leder — starke Polyesterfäden, ideal zum Verbinden von elastischen Polsterlederen.
- Lederkleber — unerlässlich zum Unterkleben und Stabilisieren weicher Kanten vor dem Nähen.







