Schuhleder ist ein streng ausgewähltes Gerbermaterial, das ständiger Biegung, Reibung und Feuchtigkeit standhalten muss. Im Schuhmacher- und Sattlerhandwerk wird es hauptsächlich in elastisches Oberleder und hartes Sohlenleder unterteilt. Die Wahl des richtigen Stücks entscheidet nicht nur über die Ästhetik des fertigen Projekts, sondern vor allem über die Haltbarkeit und den Tragekomfort des Schuhs.
Wodurch zeichnet sich Schuhleder aus?
Gutes Schuhmaterial ist eine Kunst des Kompromisses zwischen Formbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beschädigungen. Leder für Oberteile, meist Rindsleder oder Kalbleder, wird in den Gerbereien Weichmachungsprozessen unterzogen, damit es beim Gehen flexibel auf die Fußbeugen arbeiten kann. Das Material für Sohlen, oft als Sohlenkern bezeichnet, ist der härteste und dichteste Teil der Haut, der viele Monate lang pflanzlich gegerbt wird.
Stellen Sie sich den Schuhaufbau wie einen Hausbau vor. Sohlenleder ist das solide Betonfundament, das hohen Belastungen und direktem Kontakt mit hartem Boden standhält, während Oberleder die flexiblen Wände und das Dach sind, die das Innere schützen, aber mit dem Bewohner mitarbeiten und „atmen“ müssen.
Und hier liegt der häufige Anfängerfehler – der Versuch, dasselbe, recht steife Sattlerleder für den gesamten Schuhschaft zu verwenden. Während die Herstellung einer Geldbörse aus dickerem Juchtleder eine gute Idee ist, führt die Verwendung für das sich biegende Oberteil schnell zu schmerzhaften Scheuerstellen am Fuß und tiefen Rissen im Narben.
Wofür eignet sich Schuhleder?
Je nach Konstruktionselement des Schuhs werden völlig unterschiedliche Rohlederarten verwendet:
- Oberleder für elegante Schuhe: Dünnes Kalbleder oder Rindsleder mit einer Stärke von 1,0–1,5 mm, meist chromgegerbt aufgrund der außergewöhnlichen Weichheit und Farbstabilität.
- Arbeits- und Wanderschuhe: Dickes Rindsleder (1,8–2,5 mm), darunter Nubuk und geöltes Leder. Sie sind sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Kratzer und raue Witterungsbedingungen.
- Sohlen und Absätze: Harter Sohlenkern (pflanzlich gegerbtes Leder) mit einer Stärke von 3,5 mm bis zu 5,0 mm. Bietet hohe Bodenisolierung und hohe Abriebfestigkeit.
- Futter (Innenfutter): Sehr dünnes, atmungsaktives Schweinsleder oder Rindsleder (0,6–1,0 mm), das Schweiß aufnehmen und den Fuß vor Scheuerstellen an den Hauptnähten schützen soll.
- Riemen und Verstärkungsdetails: Pflanzlich gegerbtes Leder (2,0–2,5 mm), verwendet zur Versteifung der Ferse (Fersenschlaufen) oder zur Herstellung von dekorativen Riemen mit Schnallen um den Knöchel.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Achten Sie bei der Auswahl des Materials für Schuhe vor allem auf die Gerbmethode, die Stärke und die Dehnrichtung des Leders. Für weiche, alltägliche Oberteile eignet sich chromgegerbtes Leder (1,2–1,5 mm) gut, da es von Natur aus wasserabweisend ist und nach dem Trocknen nicht drastisch aushärtet.
Wenn Sie jedoch Muster prägen möchten (z. B. bei klassischen Cowboystiefeln) oder das Material selbst färben und seine Kanten mit Tokonole bearbeiten wollen, müssen Sie zu pflanzlich gegerbtem Leder mit einer Stärke von mindestens 2,0 mm greifen. Prüfen Sie vor dem Zuschnitt unbedingt, in welche Richtung sich das Leder am stärksten dehnt. Die Teile des Oberleders, die an der Zehenbeugung arbeiten, sollten entlang der geringsten Spannungslinie geschnitten werden, damit sich der Schuh beim Tragen nicht verformt.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint bietet zwar keine harten Sohlenkernstücke an, aber für Schuhmacher haben wir geeignete Materialien für Oberteile, Futter und Chemie zur Veredelung vorbereitet:
- Rindsleder — pflanzlich gegerbt, in Stärken von 1,0 bis 2,5 mm erhältlich, färbbar und prägbar (ab 2,0 mm).
- Flaggschiff-Leder Maya — pflanzlich gegerbtes Leder, werksseitig farbig ausgerüstet, Stärke 1,2–1,4 mm. Nimmt keine weiteren Farben an, benötigt nur eine Kantenbearbeitung.
- Lederfarbe — Farben der Marke Fiebing's (z. B. Pro Dye), geeignet zur dauerhaften Färbung von reinem pflanzlich gegerbtem Leder.
- Sattlerahle — unverzichtbare Werkzeuge zur Vorbereitung der Löcher für Handnähte (Sattlernaht) beim Verbinden der Oberlederteile.
- Sattlergarn — Polyesterfäden von Slam und Vinymo MBT, scheuerfest und für hohe Spannungen in der Schuhkonstruktion geeignet.







