Schweinsleder (häufig unter der englischen Bezeichnung *Pigskin* bekannt) ist ein dünnes, flexibles und hoch atmungsaktives Naturmaterial, das sich durch eine sichtbare, dreipunktige Porenstruktur auf der Narbenoberfläche auszeichnet. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Narbenschweinsleder (glatt, mit deutlichen Poren) und Schweinsspaltleder (veloursartig, mit matter Oberfläche), was eine bewusste Materialwahl erleichtert. In der handwerklichen Sattlerei spielt es selten die Hauptrolle als tragendes Konstruktionsmaterial, wird aber als Futterleder und für dekorative Zwecke in Projekten, die Weichheit erfordern, sehr geschätzt.
Wodurch zeichnet sich Schweinsleder aus?
Das auffälligste Merkmal von Schweinsleder ist seine einzigartige Textur. Bei näherer Betrachtung fallen die charakteristischen, feinen Öffnungen auf, die in Dreiergruppen angeordnet sind. Stellen Sie sich die Oberfläche eines Miniatur-Golfballs vor, nur dass anstelle einzelner Vertiefungen winzige, dreieckige Punktkonstellationen zu sehen sind – das sind die Borstenkanäle, die dem Material seine außergewöhnliche Atmungsaktivität verleihen.
Dank dieser Struktur ist *Pigskin* hervorragend luftdurchlässig und leitet Feuchtigkeit ab. Es ist ein relativ dünnes Material, das in der Regel in Stärken von 0,5 mm bis 1,2 mm gegerbt wird und dennoch eine beachtliche Reißfestigkeit aufweist. Im Vergleich zu dicken, steifen Rindsleder ist es wesentlich weicher und geschmeidiger.
Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil: Schweinsleder behält seine Form nicht so gut wie pflanzlich gegerbtes Rindsleder. Deshalb wird es selten für Gürtel, Messerscheiden oder feste Taschen verwendet. Dafür passt es sich ideal im Inneren von Geldbörsen an, lässt sich leicht an Kanten umschlagen und widersteht dem Öffnen des fertigen Produkts nicht.
Wofür eignet sich Schweinsleder?
- Futter in Geldbörsen: Eine dünne Schicht (0,5 mm – 0,8 mm), die im Inneren der Geldscheinfächer eingeklebt wird, verhindert das Ausfransen der Fleischseite des Hauptleders und verleiht ein elegantes, glattes Aussehen.
- Schuhfutter: Aufgrund der hervorragenden Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsaufnahme ist es eine beliebte Wahl für Einlegesohlen und Schuhinnenfutter.
- Innenfutter von Taschen und Aktentaschen: Wird zum Unterfüttern von Klappen und zur Herstellung von Innentaschen verwendet, wo es die Konstruktion nicht durch zusätzliches Gewicht belastet.
- Handschuhe: Dünne und elastische Varianten von Schweinsleder (oft als Schweinsvelours, also Spaltleder) bieten ein gutes Tastgefühl und schützen die Hände, während sie volle Bewegungsfreiheit gewährleisten.
- Uhrenarmbänder: Wird als untere Schicht des Armbands verwendet, die direkt am Handgelenk anliegt und übermäßiges Schwitzen der Haut unter der Uhr verhindert.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Achten Sie bei der Auswahl von Schweinsleder für Futterzwecke vor allem auf die Stärke. Für elegante, kompakte Geldbörsen suchen Sie nach einem Stück mit einer Stärke von etwa 0,5 mm bis 0,6 mm, um die Kanten beim Nähen nicht unnötig zu verdicken (besonders dort, wo mehrere Materialschichten aufeinandertreffen). Wenn Sie das Innere einer größeren Tasche auskleiden möchten, können Sie bedenkenlos zu einer Stärke von 0,8 mm bis 1,0 mm greifen. Denken Sie auch daran, dass Schweinsleder in der Regel chromgegerbt ist. Das bedeutet, es ist weich und hat eine stabile Farbe, aber seine Kanten lassen sich nicht mit Präparaten wie Tokonole bearbeiten – in Projekten müssen sie umgeschlagen oder mit einer speziellen Kantenfarbe behandelt werden.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint konzentriert sich derzeit auf dickere, hochwertige Konstruktionsleder, daher führen wir kein typisches, dünnes Schweinsleder für Futterzwecke im Standardsortiment. Wenn Sie jedoch Materialien für die Hauptelemente Ihrer Projekte oder Chemikalien zum einfacheren Einkleben von Futtern suchen, empfehlen wir:
- Rindsleder – robuste Materialien für die äußere, tragende Schicht von Geldbörsen und Taschen.
- Pflanzlich gegerbtes Leder – das klassische Material, das Sie im Gegensatz zu Schweinsfutterleder leicht prägen und an den Kanten bearbeiten können.
- Lederkleber – unerlässlich zum präzisen Einkleben dünner Futterstoffe, ohne dass das Material an den Biegungen knittert.
- Lederfarbe – Produkte der Marke Fiebing's, hilfreich, wenn Sie rohen Lederelementen vor dem Einnähen der Innenauskleidung Farbe verleihen möchten.







