Lederpresse ist eine mechanische oder hydraulische Vorrichtung, die zum präzisen Ausstanzen wiederkehrender Formen mit Stahlstanzmessern sowie zum tiefen Prägen von Mustern auf der Materialoberfläche dient. Die Einführung dieses Werkzeugs in die Werkstatt ermöglicht eine drastische Arbeitsbeschleunigung und gewährleistet eine ideale Wiederholgenauigkeit der Teile, die beim manuellen Zuschnitt mit einem Messer nur sehr schwer zu erreichen ist. Für Semi-Profis und kleine Manufakturen ist dies oft der erste Schritt zur Skalierung der Produktion und Optimierung der Arbeitszeit.
Aufbau einer Lederpresse
Die Lederpresse basiert auf einfacher Physik – sie erzeugt einen enormen, gleichmäßigen vertikalen Druck auf eine relativ kleine Fläche. Sie besteht in der Regel aus einem soliden Rahmen aus Gusseisen oder Stahl, einem unteren Arbeitstisch und einer oberen Druckplatte, die auf das Material abgesenkt wird. Je nach Konstruktion kann die Presskraft von einigen hundert Kilogramm bei kleinen Handpressen bis zu mehreren Tonnen bei hydraulischen Maschinen reichen.
Stellen Sie sich eine Lederpresse wie einen riesigen, präzisen Stempel mit enormer Druckkraft vor – anstatt eine dünne Tintenschicht auf Papier zu hinterlassen, durchtrennt sie mühelos dickes, widerstandsfähiges Material vollständig oder drückt ein komplexes, dreidimensionales Muster dauerhaft hinein. Der gesamte Vorgang dauert nur den Bruchteil einer Sekunde, und die Kanten des ausgestanzten Teils sind sofort gerade und bereit für die weitere Bearbeitung, wie zum Beispiel das Kantenfärben oder Polieren.
Auf dem Markt für Lederverarbeitung begegnen uns hauptsächlich zwei Typen von Pressen. Der erste Typ sind Handpressen, darunter die beliebten Balancierpressen (sogenannte manuelle Klickpressen) sowie Exzenterpressen. Sie arbeiten mittels eines Hebels, der die Muskelkraft des Handwerkers vervielfacht. Sie sind relativ günstig, nehmen wenig Platz weg und benötigen keinen Strom, aber die Arbeit mit ihnen kann auf Dauer ermüdend sein. Der zweite Typ sind hydraulische und pneumatische Pressen, die die gesamte Arbeit auf Knopfdruck erledigen. Sie bieten eine enorme Presskraft, sind aber deutlich teurer, schwerer und lauter.
Mit der Zeit zeigt sich, dass das Gerät selbst nur die halbe Miete ist. Damit die Presse beim Stanzen korrekt arbeitet, sind zwei zusätzliche Elemente unerlässlich: das Stanzmesser (ein Stahlband, das in die gewünschte Form gebogen und auf einer Seite geschärft ist) und eine geeignete Unterlageplatte (in der Regel eine dicke Kunststoffplatte). Die Platte schützt die Schneide des Stanzmessers vor dem Abstumpfen, wenn es das Leder durchdringt und auf den unteren Maschinentisch trifft.
Wofür wird eine Lederpresse verwendet?
Die Lederpresse ist eine äußerst vielseitige Maschine. Sie wird in Werkstätten in vielen Produktionsschritten eingesetzt:
- Ausstanzen von Teilen mit Stanzmessern: Schnelle Herstellung wiederholbarer Teile wie Geldbörsenpaneele, Gürtelschlaufen, Schuhschäfte oder Schlüsselanhänger. Geeignete Lösung zum Schneiden von harten, pflanzlich gegerbten Ledern mit einer Stärke von 2-4 mm.
- Kaltprägen (Embossing): Einprägen von Logos, Initialen oder dekorativen Mustern in feuchtes Leder (sogenanntes Blindprägen). Dieser Vorgang wird ausschließlich auf pflanzlich gegerbtem Leder mit einer Mindeststärke von 2 mm durchgeführt. Auf diese Weise prägen wir keine chromgegerbten Leder.
- Heißprägen (Hot Stamping): Mit Pressen, die mit einem Heizmodul ausgestattet sind, kann Gold- oder Silberfolie (Hot-print) auf das Leder aufgebracht oder ein dunkleres Logo auf chromgegerbtem Leder eingebrannt werden.
- Stanzen von Löchern: Mit entsprechenden Matrizen kann die Presse gleichzeitig ein Dutzend Löcher für Nähte oder Nieten auf einem langen Streifen stanzen.
- Nassformen (Wet Molding): Zusammendrücken von nassem Leder zwischen zwei Teilen einer 3D-Form, beispielsweise bei der Herstellung von starren Holstern für Waffen oder Scheiden für Messer.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Der entscheidende Parameter bei der Auswahl einer Presse ist ihre Presskraft, angegeben in Tonnen. Für kleine Lederwaren (Stanzen kleiner Geldbörsen aus 1,5 mm Leder) reicht eine Handpresse mit 1-2 Tonnen Presskraft. Wenn Sie jedoch vorhaben, lange Streifen aus dickem Rindsleder (3-4 mm) zu stanzen oder große Stanzmesser mit einem Schneidenumfang von über 30 cm zu verwenden, benötigen Sie eine Maschine mit mindestens 3-5 Tonnen Presskraft, daher ist der Einsatz einer hydraulischen Presse angezeigt. Eine zu schwache Maschine schneidet das Material nicht vollständig durch, was Nachbesserungen mit dem Messer erzwingt und den ganzen Sinn des Stanzmessers zunichtemacht.
Der zweite wichtige Aspekt ist die Größe der oberen Druckplatte. Sie muss die gesamte Kontur des verwendeten Stanzmessers abdecken. Ist die Platte kleiner als das Stanzmesser, verteilt sich der Druck ungleichmäßig, was das Werkzeug beschädigt und Material verschwendet. Achten Sie auch auf den Arbeitsdurchlass, also den maximalen Abstand zwischen unterem Tisch und oberer Platte. Er muss die Dicke der Schneidplatte, des Arbeitsmaterials und des Stanzmessers selbst mit ausreichend Spielraum aufnehmen können.
Es ist auch ratsam, das Gewicht des Geräts selbst zu bedenken. Eine stabile Handpresse wiegt in der Regel zwischen 20 und 50 kg, was einen soliden, verstärkten Werkstatttisch erfordert. Hydraulische Modelle wiegen bereits mehrere hundert Kilogramm und erfordern eine entsprechende Tragfähigkeit des Fußbodens in der Werkstatt.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint führt keine schweren hydraulischen Pressen zum Stanzen im Sortiment, aber Sie finden bei uns alles, was für die präzise Bearbeitung und das Prägen von auf der Presse ausgestanzten Formteilen benötigt wird, sowie Werkzeuge, die eine manuelle Alternative für kleinere Projekte darstellen.
- Pflanzlich gegerbtes Leder – geeignetes Material für Tiefprägung und Stanzen auf Pressen.
- Maya-Leder – unser Vorzeigeleder, das sich hervorragend zum Stanzen mit Stanzmessern eignet und maßhaltig ist.
- Lederwerkzeug – große Auswahl an Messern und Werkzeugen für den manuellen Zuschnitt, falls Sie noch keine Presse besitzen.
- Lochzangen für Leder – manuelle Alternative zum Stanzen von Löchern für Nähte auf der Presse.
- Druckknöpfe und Snaps – Beschläge, die oft mit kleinen, handbetriebenen Lederpressen (sogenannten Snap-Pressen) montiert werden.
Verwandte Begriffe im Wörterbuch
- Rindsleder
- Naturleder
- Lederprägung
- Pflanzlich gegerbtes Leder
- Rundmesser (Round Knife)







